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Pflanzen-Import aus Nicht-EU-Staaten beantragen

Allgemeine Informationen

Beim Import von vielen pflanzlichen Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten in die Europäische Union ist zur Einfuhr ein sogenanntes Gemeinsames Gesundheitseingangsdokument (GGED) erforderlich. Importeure oder deren beauftragte sendungsverantwortliche Unternehmen erstellen das Dokument online im EU-Abfertigungsportal namens TRACES NT (Trade Control and Expert System).

Nach einer Dokumentenkontrolle erfolgen die Identitäts- und physische Kontrolle der Waren.

Welche Warenarten werden kontrolliert?

  • Pflanzen
  • Pflanzenteile
  • Früchte
  • Saatgut
  • Holz
  • Verpackungsholz
  • Kartoffeln zur Aussaat (Einfuhr nur mit Ausnahmegenehmigung)
  • Boden, Erde und organisches Substrat (Einfuhr nur mit Ausnahmegenehmigung)

Die Kontrollen erfolgen in Sachsen grundsätzlich an den Grenzkontrollstellen Flughafen Leipzig und Flughafen Dresden. Verpackungsholz kann unter bestimmten Voraussetzungen und auf Antrag auch am Bestimmungsort physisch kontrolliert werden. Bei einer Beanstandung der pflanzlichen Sendung wird entweder eine Zurückweisung, eine Behandlung oder eine Vernichtung der Ware beziehungsweise des Verpackungsholzes angeordnet.

Mögliche Beanstandungsgründe

  • Schaderregerauftreten
  • Verdacht auf Schaderreger
  • unzureichende, falsche, unvollständige, gefälschte oder nicht vorhandene Dokumente
  • Einfuhrverbote
  • fehlende Markierungen bei Verpackungsholz

Das Ziel der Kontrollen von pflanzlichen Importsendungen ist es, das Risiko einer Einschleppung und Ansiedlung gefährlicher Unionsquarantäneschädlinge in der EU zu minimieren. Ein positiv entschiedener Antrag (GGED) ist Voraussetzung für die Freigabe der Sendung sowie deren anschließende Verzollung.

Wichtig! Der Import von pflanzengesundheitszeugnispflichtiger Ware erfordert eine amtliche Registrierung bei der zuständigen Stelle. Bitte informieren Sie sich zusätzlich über die geltenden Zollbestimmungen.

Zuständige Stelle

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat 93 – Pflanzengesundheit

Voraussetzungen

  • Antragstellende sollten gewerblich tätig sein
  • Antragstellende und Importeure haben ihren Sitz in der Europäischen Union

Verfahrensablauf

Nach der amtlichen Registrierung beim Referat Pflanzengesundheit registrieren Sie Ihr Importunternehmen technisch in TRACES NT oder beauftragen Sie ein sendungsverantwortliches Unternehmen wie zum Beispiel ein Versandunternehmen mit dem Abfertigungsprozess.

  • Ihren Antrag auf amtliche Registrierung stellen Sie bitte schriftlich bei der zuständigen Stelle. Verwenden Sie dafür das bereitgestellte Formular (siehe –> Formulare und weitere Angebote).
  • Nach Prüfung des Antrags wird ein Registrierungsbescheid mit einer einmaligen Registrierungsnummer erlassen.
  • Diese Registrierungsnummer ist zwingend für die anschließende technische Registrierung erforderlich.
  • Kommt es zu einem Importvorgang durch das registrierte Unternehmen, ist für jede Sendung zunächst ein jeweiliger Abfertigungsantrag im System Traces NT zu erstellen.
  • Anschließend wird die Sendung durch das sendungsverantwortliche Unternehmen an der Grenzkontrollstelle oder Kontrollstelle vorgestellt.
  • Die zuständigen Inspektoren führen nach einer Dokumentenkontrolle eine Nämlichkeits- und abschließend eine physische Kontrolle bei den importierten Waren durch.
  • Erfolgen alle drei Kontrollabschnitte zufriedenstellend, wird die Sendung freigegeben und kann wieder in den Warenkreislauf für die anschließende Verzollung zurückgegeben werden.
  • Gibt es an einer Stelle der Kontrolle einen Beanstandungsgrund, wird eine phytosanitäre Maßnahme (Rücksendung oder Behandlung oder Vernichtung) per Bescheid erlassen.
  • Beanstandete Sendungen können nicht verzollt und somit nicht an die Empfänger zugestellt werden.

Erforderliche Unterlagen

  • Registriernummer des Empfängers
  • Benutzerprofil / EU Login (Nutzer)
  • Unternehmerprofil in TRACES (EORI Nummer)
  • Versandunterlagen (Luftfrachtbrief, Frachtbrief, Ladeliste, Handelsrechnung)
  • Pflanzengesundheitszeugnis (PGZ) (Phytosanitary certification) oder Ausnahmegenehmigung vom zuständigen Pflanzenschutzdienst (LoA – Letter of Authority)
  • Optional: Digitale Signatur

Frist/Dauer

  • mindestens 24 Stunden vor Eintreffen der Sendung bei der Kontrollbehörde

Hinweise:

  • Beachten Sie die Gültigkeit des Pflanzengesundheitszeugnisses.
  • Bei Kontrollen von Verpackungsholz sind an den Kontrollstellen zusätzlich telefonische Absprachen hilfreich.

Kosten

  • pro Sendung (Paket/Post): von EUR 13,00 bis 326,00
  • pro Sendung (pro Luftfrachtbrief) an Grenzkontrollstellen für Verpackungsholz: von EUR 13,00 bis 27,00
  • pro Sendung (maximal 5 Stück Container aus einem Herkunftsland) an Kontrollstellen für Verpackungsholz: von EUR 13,00 bis 500,00 (exklusive Fahrtkosten zur Kontrollstelle)
  • Gebühr beziehungsweise Zuschläge je nach Menge (Stückzahl, Container) und Kontrollumfang
  • Vorkasse: Nein
  • Zahlungsweise: Überweisung

Die Höhe der Gebühr im Einzelfall bestimmt sich nach bundeseinheitlich abgestimmten Gebührensätzen. Die durchschnittlichen Gebühren betragen:

  • für die Abfertigung von einer Paketsendung: EUR 53,00
  • für die Abfertigung von 5 Stück Containern an einer Kontrollstelle: EUR 27,00 (exklusive Fahrtkosten zur Kontrollstelle)

Rechtsgrundlage

Freigabevermerk

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. 05.10.2026

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